Bewertungen und kranksein

Neulich sagte ein mir sehr nahestehender Mensch: „Gut, dass du nur Kinder mit Gender A hast – sonst würde ein Kind mit Gender B vielleicht auch Deine DSD haben.“ Das hat mich sehr verletzt. Ich habe mich sehr abgewertet gefühlt. Das ist, als hätte die_derjenige mir gesagt: „Es wäre besser gewesen, wenn ein Mensch [Dich eingeschlossen] mit dieser Diagnose besser nicht geboren wird, weil diese DSD so furchtbar ist, dass man damit nicht leben will/kann.“

Das ist krass und lächerlich und falsch. Falsch, u.a. weil ich nicht nur Kinder mit Gender A habe: Meine zwei toten Kinder wurden mal wieder außen vor gelassen. Krass, dass so existentiell gewertet wird. Und lächerlich, weil meine DSD-Diagnose für mich persönlich lächerlich ist und ich für mich es wirklich nicht als Krankheit empfinden kann. [Die Behandlung hat durch ihre Nebenwirkungen und den ganzen Umgang damit viel mehr Leid verursacht.] Ich leide nicht unter dem physischen Korrelat der DSD-Diagnose. Sicher gibt es einzelne Symptome, die für mich relevant sind und andere, die für andere Menschen so relevant sind, dass sie es mich, tw. böswillig, wissen lassen. Aber insgesamt kann ich es nicht als krankheitswertig empfinden.

Ergänzung: Auch die Annahme, dass „Krankheit“ immer angeboren oder vererbt ist (zumal geschlechtsspezifisch), ist mal wieder ein Stein in meiner These, dass viele Menschen Unfall, Krankheit, Gewalt u.ä. „Irreguläres“ nicht in ihre Realität einbeziehen können. (Und vielleicht ist das für den Alltag auch nicht schlecht so. Vielleicht – denn dann kommen ja schon wieder Themen wie Diskriminierung. Da muss ich noch weiter überlegen.)

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