Ich habe Angst vor der Schule

Mir selber war Schule reichlich egal. Ich habe fast nie gefehlt. Nie unentschuldigt, nie zu spät. Es blieb eigentlich nur die Enttäuschung der Lehrer_innen über mich hängen, die immer enttäuscht waren „wie weit ich unter meinen Möglichkeiten blieb“. Unregelmäßige Verben, Gleichungssysteme und Grammatik, an mehr aus der Schule kann ich mich nur erinnern, wenn ich mich anstrenge. Lernen habe ich jedenfalls nicht gelernt in der Schule.
Meine Schulangst begann erst mit den Diskriminierungserfahrungen. Dem ewigen „Auf welche (Sonder)Schule soll kind denn gehen?“ und ähnliche Fragen und Aussagen.  Der Abgleich dieser Erwartungen damit, wieviel Neugier, Talente und Wissensdurst und Fragen in kind stecken, macht es schlimmer. Die Diskrepanz zwischen dem kind zugeschriebenen Bildungsanspruch („Recht auf behinderungsangemessene Bildung“) und seinen tatsächlichen Möglichkeiten. Schon im Austausch mit vielen der Pädagog_innen sehe ich seine Motivation verkümmern (Nicht bei allen!) und kind leiden unter der krassen Irrelevanz und Gewaltförmigkeit ihrer Anforderungen: Zugänglichkeit der Lerninhalte und Methoden für Blinde? Stillsitzen und schweigen ist auch heute noch der Standard – nach einem Ausflug in Home Education und „Reformpädagogik“ und meinem eigenen Wissen über Kognition hatte ich das irgendwie verdrängt. Und jetzt? Ich würde meinem Kind so gerne den Weg erleichtern, seine Neugier und Motivation schüren. Aber schaffe ich das trotz der Schule und der behinderungsbedingten Mehrkosten? Ich würde gerne über Bildungspartnerschaft mit der Schule schreiben, aber das war schon in der Kita und ist auch in den einschlägigen Texten eine Einbahnstraße.)

Ich merke zum Glück auch, dass ich manchmal zu viel Angst habe bzw. dass kind trotz schmerzhafter Erfahrungen neugierig ist auf andere Menschen und hartnäckig die Kommuniktion sucht. Auch wieder grenzwertig, weil es für meinen Geschmack oft zu duldsam ist.*

Wieder ein viel zu langer Text um einfach nur zu sagen: Ich habe Angst und will meinem Kind den Weg erleichtern.

*Ach, da war noch was: Gerade sagte man uns in einer Kita, man wolle die Kinder dazu erziehen, nicht den Eltern gegenüber zu „petzen“ und „Was in der Kita passiert, bleibt in der Kita, wie in der Familie.“ Schwierig. Kann ich zum Teil mitgehen, zum Teil stehen mir da die Haare zu Berge. Ich sage meinen Kindern, dass sie es natürlich mir, aber auch anderen erzählen dürfen, wenn sie sich von mir schlecht behandelt fühlen. Das setzt natürlich auch beim Gegenüber Fingerspitzengefühl voraus. Aber ernstnehmen sollte man sowas doch immer? Wo wir wieder bei der Schule (und mir) sind.

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